Kegelsport auf Schere-Bahnen 

Wie die Bohle-Kegelbahn ist die Schere-Kegelbahn gekehlt: Die Lauffläche ist außen bis zu fünf Millimeter höher als in der Mitte. Diese Eigenheit der Schere-Kegelbahn wird übrigens auch beim Coaching deutlich: „Lege höher auf!“ Wenn ein Coach während eines Wettbewerbes dem Kegelsportler auf der Bahn diesen Hinweis gibt, soll der Kegler die Kugel weiter außen, eben „höher“ aufsetzen.

Was ist typisch für den Schere-Kegelsport? Wie unterscheidet sich die Schere-Kegelbahn von anderen Bahnarten? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Wer sich für Antworten auf diese Fragen interessiert, findet sie hier:

Lokal, regional, national, international: Welche Wettbewerbe gibt es?

Wurfzahl, Wertung, Wissenswertes: Welche Regeln sind wichtig?

Wie in den Disziplinen Classic- und Bohle-Kegelsport, spielen auch die Schere-Kegelsportler bei Wettkämpfen über eine Distanz von 120 Kugeln. Weitere Gemeinsamkeit mit dem Classic-Kegelsport: Jeweils 60 Würfe sind im Spielmodus „Volle“ und „Abräumen“ zu machen.

Anders als bei Wettbewerben auf Classic-Kegelbahnen muss der zentrale Kegel, im Volksmund als „König“ bezeichnet, jedoch nicht abgeräumt werden, um danach wieder ein volles Bild aufgestellt zu bekommen. Daher ist der entsprechende Passus in der Sportordnung mit „Abräumen mit Kranzwertung“ überschrieben.

Und noch etwas ist anders als beim Classic-Kegelsport, dafür identisch mit dem Bohle-Kegelsport: Wenn auf alle neun Kegel gezielt wird, ist die Gasse – linke oder rechte – vorgeschrieben. Die Kugel sollte also im Idealfall den Vorderkegel links beziehungsweise rechts treffen. Falls bei einer vorgeschriebenen linken Gasse die Kegelkugel in die rechte läuft, würden die gefallenen Kegel nicht gezählt.

Gut – besser – am besten: Wie lassen sich die Ergebnisse interpretieren?

Wer bereits einen Kegelsportwettbewerb mit Könnern auf Top-Schere-Kegelbahnen live erlebt hat, war und ist fasziniert, wie oft in Serie alle neun Kegel fallen. In der Bundesliga werden gelegentlich sogar vierstellige Ergebnisse erzielt. Man kommt dem Maximum also bereits relativ nahe. Denn: Bei 120 Würfen sind 1080 möglich…

Es gibt aber auch weniger ergiebige Schere-Kegelbahnen, auf denen selbst Bundesliga-Spieler beim Spiel in die Vollen gerade einen Siebener-Schnitt erreichen.

Ausgangspunkt für das folgende Beispiel ist die Annahme, dass ein Kegelsportler auf Schere-Kegelbahnen abwechselnd alle neun und danach eine sieben wirft. Das ergäbe also bei durchschnittlich acht Kegeln und 60 Würfen im Spielmodus „Volle“ 480 Kegel. Beim Abräumen – zweite Annahme – würden die Kegel abwechselnd mit einer so genannten „Handneun“ in einem Wurf und danach mit zwei Würfen abgeräumt. Danach könnte als Gesamtergebnis circa 840 Kegel auf dem Spielbericht notiert werden. Dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig große Serien mit Neunen und/oder „Kränzen“ – hier bleibt nach einem Wurf auf alle neun Kegel nur der zentrale „Königskegel“ stehen – sind, um Ergebnisse von über 900 oder gar 1.000 Kegel sind.

Wodurch zeichnen sich erfolgreiche Schere -Kegelsportler(innen) aus?

Erfolgreiche Schere-Kegelsportler können sich sehr schnell auf die unterschiedlichen Bahnverhältnisse einstellen und den jeweils passenden Wurf – Auflagepunkt, Lauflinie und Geschwindigkeit – mit der erforderlichen Präzision wiederholen. Eine gute Technik, eine ausgeprägte Koordination ist gefragt. Außerdem: Ein Wettkampf, der über die Distanz von 120 Würfen geht, der also über 45 Minuten dauert, erfordert darüber hinaus gute Ausdauer und die Fähigkeit, sich über diesen Zeitraum bei jedem Wurf konzentrieren zu können.

In welchen Regionen Deutschlands wird auf Schere-Kegelbahnen gespielt? Wie stark ist diese Bahnart international verbreitet?

Auf Schere-Kegelbahnen wird vor allem im Saarland, an Rhein und Mosel, in Westfalen, im südlichen Niedersachsen und im nördlichen Hessen gekegelt. Bei Weltmeisterschaften treten neben der deutschen Nationalmannschaft Teams aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Argentinien und Brasilien an.

Wie viele Schere-Kegelsportlerinnen und -Kegelsportler sind in welchem Disziplinverband organisiert?

Im Deutschen Schere Keglerbund (DSKB) hatten Anfang 2015 insgesamt 6.981 Aktive einen Spielerpass.

Technische Details

Durchmesser der Kugel 16 cm
Gewicht der Kugel 2.818 g bis 2.871 g
Höhe der Kegel 40 cm
Gewicht der Kegel circa 1.700 g

 

Deutscher Schere Keglerbund e.V.

Zum Kunkskopf 14
56653 Wassenach

(02636) 969 92 52

(02636) 969 92 54

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www.dskb-sportkegeln.de

Präsident: Erich Schröder
Ansprechpartner Geschäftsstelle: Corinna Frenzel