Kegelsport auf Classic-Bahnen 

Was ist typisch für den Classic-Kegelsport? Wie unterscheidet sich die Classic-Kegelbahn von anderen Bahnarten? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier:

Lokal, regional, national, international: Welche Wettbewerbe gibt es?

Wurfzahl, Wertung, Wissenswertes: Welche Regeln sind wichtig?

Viele Jahre wurde intensiv und kontrovers über die Distanz und damit verbunden über das Wertungssystem diskutiert.

Auf der einen Seite die Befürworter der 200-Wurf-Distanz für Männer und 100-Wurf-Distanz für Frauen mit der klassischen Wertung, dass die Mannschaft mit dem höheren Gesamtergebnis gewinnt. Auf der anderen Seite die Anhänger der 120-Wurf-Distanz – sowohl für Frauen als auch für Männer – in Verbindung mit einem Wertungssystem, das die 120 Würfe in vier Sätze aufteilt, um im direkten Duell mit einem Kontrahenten um den Satzgewinn zu kegeln. Spieler, die nach jeweils 30 Würfen mehr Kegel auf der Anzeige stehen haben, bekommen jeweils einen Satzpunkt. Der Spieler mit mehr Satzpunkten (3:1 oder 4:0) erhält logischerweise den Mannschaftspunkt. Bei 2:2-Sätzen bekommt der Spieler mit dem höheren Gesamtergebnis den Mannschaftspunkt. Somit werden bei Spielen mit Sechser-Mannschaften sechs Mannschaftspunkte vergeben. Darüber hinaus gibt es noch zwei Punkte für die Mannschaft mit dem höheren Gesamtergebnis. Spiele enden also mit Ergebnissen wie 7:1 oder 3:5. Für das Team mit mehr Mannschaftspunkten werden in der Tabelle zwei Meisterschaftspunkte gut geschrieben. Bei einem 4:4 werden die beiden Punkte geteilt.

International hat sich dieses Wertungssystem in Verbindung mit der 120-Kegel-Distanz durchgesetzt. In den nationalen Ligen werden beide Wertungssysteme gespielt.

120 oder 100/200-Würfe: Bei beiden Spielsystemen wird jeweils eine Hälfte der Wurfdistanz in die Vollen gespielt und die andere Hälfte im Spielmodus „Abräumen“. Anders als auf Bohle- und Schere-Kegelbahnen wird bei den Würfen auf das volle Bild nicht vorgeschrieben, ob die Kugel in der linken oder rechten Gasse einschlagen soll. Und: Anders als beim Abräumen auf Schere-Kegelbahnen müssen alle neun Kegel, auch der als „König“ bekannte Kegel im Zentrum der Raute abgeräumt werden, damit anschließend wieder ein volles Bild aufgestellt wird.

Gut – besser – am besten: Wie lassen sich die Ergebnisse interpretieren?

Als sehr gute Leistungen gelten Ergebnisse von über 600 Kegel. Absolute Top-Zahlen beginnen vorne mit einer sieben. Was heißt das konkret?

Angenommen, ein Classic-Spieler würfe bei jedem Wurf auf die neun Kegel konstant eine sieben. Nach 60 Würfen in die Vollen ergäbe das als Teilergebnis 420 Kegel. Und auch beim Abräumen brächte er stets sieben Kegel zu Fall und – weitere Annahme – räumte die stehen gebliebenen zwei Kegel immer bei der ersten Gelegenheit beide ab. In jeder der vier zu spielenden Abräumpartien á 15 Würfe würden nach fünfzehn Würfen 70 Kegel angezeigt. 280 würden somit zum Volle-Ergebnis von 420 addiert und ergäben in der Summe exakt 700 Kegel.

Dieses Ergebnis wird sehr selten übertroffen. Denn: Beim Spiel in die Vollen gilt bereits ein Durchschnitt von 6 Kegeln pro Wurf als gut. Selbst Bundesliga-Kegelsportler erzielen auf perfekt präparierten und eingestellten Classic-Kegelbahnen längst nicht immer einen Siebener-Schnitt. Und beim Spielmodus „Abräumen“ benötigen auch Top-Kegler hin und wieder mehr als drei Würfe, um die Kegel, die nach dem ersten Wurf auf alle neun Kegel stehen geblieben sind, nach und nach zu Fall zu bringen.

Auch dieses „Sechser-und-drei-Wurf-Modell“ soll durch ein Rechenbeispiel veranschaulicht werden: 60 Würfe in denen immer sechs Kegel zu Fall gebracht werden, ergäben 360 Kegel. Wenn beim Abräumen jeweils zwei Würfe zum Abräumen dieser drei nach dem ersten Wurf nicht gefallenen Kegel benötigt würden, ergäbe das nach 15 Würfen im Abräummodus 45 Kegel. Insgesamt errechnete sich somit nach 60 Würfen 180 Kegel als Abräumergebnis und 540 Kegel als Gesamtergebnis.

Zwischen 540 und 700 Kegeln – das ist ungefähr die Spanne der Bundesliga-Ergebnisse, wobei auch hier der Zustand, die Pflege der Bahn und andere Faktoren bei der Einordnung dieser Ergebnisse eine große Rolle spielen.

Wodurch zeichnen sich erfolgreiche Classic-Kegelsportler(innen) aus?

Zwischen den einzelnen Classic-Kegelbahnen gibt es Unterschiede. Allerdings sind diese nicht so groß wie die zwischen den gekehlten Bohle-Kegelbahnen. Oder zwischen den Schere-Kegelbahnen. Es ist weniger schwierig, die Eigenschaften der einzelnen Bahnen zu erkennen und sich darauf einzustellen. Dafür ist es umso schwieriger bei den Würfen auf das volle Bild den Vorderkegel so zu treffen, dass regelmäßig mindestens sechs Kegel fallen. Und auch beim Abräumen gibt es keine einfachen Bilder. Insofern ist ein perfekter, automatisierter Bewegungsablauf der größte Erfolgsfaktor: Kugel richtig greifen, richtige Ausgangsstellung – orientiert am Auflage-/Fixierpunkt – ein gerader Anlauf mit einer waagerechten Schulterhaltung und einem geraden Armpendel, um nur einige wesentliche Voraussetzungen für eine fehlerfreie Technik zu nennen. Neben einer guten Koordination sind Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und gerade bei knappen Spielen auch Nervenstärke wichtig, um erstklassige Ergebnisse zu erzielen.

In welchen Regionen Deutschlands wird auf Classic-Kegelbahnen gespielt? Wie stark ist diese Bahnart international verbreitet?

In Deutschland ist die Classic-Kegelbahn südlich des Mains und in der Südhälfte Ostdeutschlands populär.

Bei Weltmeisterschaften sind neben Deutschlands Classic-Nationalmannschaft vor allem Nationen aus Ost- und Mitteleuropa am Start.

Wie viele Classic-Kegelsportlerinnen und -Kegelsportler sind in welchem Disziplinverband organisiert?

Anfang 2015 waren 50.731 Mitglieder im Deutschen Keglerbund Classic (DKBC) organisiert.

Technische Details

Durchmesser der Kugel 16 cm
Gewicht der Kugel 2.818 g bis 2.871 g
Höhe der Kegel 40 cm
Gewicht der Kegel circa 1.700 g

 

Deutscher Keglerbund Classic e.V.

Frankenstraße 3
71543 Wüstenrot

(07945) 942 88 88

(07945) 638 22

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www.dkbc.de

Präsident: Jürgen Franke
Ansprechpartner Geschäftsstelle: Claudia Müller