Sport auf Bowlingbahnen

Zehn Pins statt neun Kegel und ein Bowlingball mit einem Durchmesser von 21,8 Zentimetern sowie drei Löchern für Daumen, Mittel- und Ringfinger statt einer Kegelkugel: Das sind die markantesten und bekanntesten Unterschiede zwischen Bowling und Kegeln. Es gibt aber noch einige weitere, die weniger geläufig sind.

Und es gibt Gemeinsamkeiten mit dem Kegelsport:

Lokal, regional, national, international: Welche Wettbewerbe gibt es?

Bundesligen, Regionalligen und so weiter: Auch im organisierten Bowlingsport geht es an einigen Spieltagen im Jahr um Punkte, um Meistertitel und um Klassenerhalt. 

Weitere Konstante in der Bowlingsportsaison: Bezirks- und Landesmeisterschaften, über die sich die Bowlingsportler(innen) für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, werden ebenfalls Jahr für Jahr für die verschiedenen Altersklassen durchgeführt.

Der Bowlingsport zählt zu den Präzisionssportarten, die bei den World Games vertreten sind. Weitere Saisonhöhepunkte für den Spitzensportbereich sind die Welt- und Europameisterschaften der Bowlerinnen und Bowler für Frauen und Männer. Auch die Jugendlichen und Senioren bowlen um EM- und WM-Medaillen.

Beim European Champions Cup (ECC) messen sich die nationalen Titelträger in den Einzeldisziplinen der Frauen und Männer.

European Bowling Tour, German Youth Open, International Seniors Bowling Tour, viele Ranglistenturniere und weitere Wettbewerbe auf regionaler Ebene sowie BKSA-Veranstaltungen: Bowlingsportler aller Leistungs- und Altersklassen können aus einer Vielzahl von Turnieren auswählen, um ihren individuellen Wettkampfkalender zu füllen.

Wurfzahl, Wertung, Wissenswertes: Welche Regeln sind wichtig?

Die genaue Zahl der Würfe während eines sportlichen Wettbewerbs lässt sich anders als beim Kegelsport nicht genau benennen: Der wesentliche Grund ist, dass es unterschiedliche Wettbewerbsformen gibt, um die Sieger und Platzierten zu ermitteln. Ein weiterer Grund ist der Spiel- und Wertungsmodus. Die besten  Bowlingsportlerinnen und -sportler machen während eines Wettkampfes weniger Würfe, da sie in den zehn „Frames“, in den zehn Durchgängen pro Spiel, die zehn Pins bereits im jeweils ersten Wurf mit einem „Strike“ komplett abräumen und sich so den zweiten Abräumwurf sparen. Im Extremfall macht ein Spieler, der vom ersten bis zum letzten „Frame“ keinen Strike wirft und jeweils zwei Würfe für das Abräumen der zehn Pins benötigt fast doppelt so viele Würfe wie ein Kontrahent, der mit zwölf Strikes in Folge ein sogenanntes „perfektes Spiel“ abliefert.

Zur Zählweise: Für dieses „Perfect Game“, für zwölf Strikes in Folge werden 300 Punkte notiert. Warum nicht 120? Weil die Zahlen der jeweils gefallen Pins – anders als beim Kegeln – nicht einfach addiert werden. Beim Bowling wird anders gezählt, beim Bowling gibt es quasi „Prämien“ für gute Würfe: Nach einem Strike werden diese zehn Punkte sowie die Punkte für die gefallenen Pins der nächsten beiden Würfe notiert. Wenn in einem „Frame“ die zehn Pins in zwei Würfen komplett abgeräumt werden, wenn also ein „Spare“ erzielt wird, werden diese zehn Punkte und zusätzlich die Pins des nächsten Wurfes gewertet. Falls nicht sämtliche zehn Pins in maximal zwei Würfen zu Fall gebracht werden, werden nach diesem „Open Frame“ keine zusätzlichen Punkte vergeben, sondern bloß die gefallenen Pins in diesem Frame gewertet.

Dieses „Prämiensystem“ und auch die Bonuswürfe nach Strikes oder Spares im zehnten Durchgang halten Duelle oft bis zu den letzten Würfen spannend.

Gut – besser – am besten: Wie lassen sich die Ergebnisse interpretieren?

Sehr gute Bowlerinnen und Bowler erzielen pro Spiel einige Strikes und räumen fast immer die zehn Pins spätestens mit dem zweiten und letzten Wurf eines Frames ab. So ergibt sich bei hochklassigen Wettbewerben eine Bandbreite mit Ergebnissen von 180 bis zu den besagten 300 für ein perfektes Spiel. Aber auch auf Bowlingbahnen gilt wie bei Kegelbahnen: Es gibt Bahnen, auf denen eher gute Ergebnisse möglich sind und es gibt weniger ergiebige Bahnen. Und: Es gibt sowohl leichte als auch schwierige Ölmuster, die in der Antwort auf die nächste Frage skizziert werden.

Wodurch zeichnen sich erfolgreiche Bowlingsportler(innen) aus?

Am Ende des Wettkampfes –das ist eine Gemeinsamkeit mit dem Kegeln – gewinnt der Sportler, der die Bahn „lesen“ kann und schnell die Ideallinie findet, um diese  danach möglichst oft mit großer Präzision zu wiederholen. In den Wettkämpfen, die oft einige Stunden dauern sowie einige Bahnwechsel und kurze Pausen beinhalten, kommt es nicht nur auf eine gute Technik an, sondern eben auch auf die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten die Nerven zu behalten und den Fokus hundertprozentig auf den nächsten Wurf zu richten.

Noch ein Satz zur Ideallinie: Bowlingbahnen werden nicht gewachst, sondern geölt. Und zwar mit verschiedenen Mustern, um die Anforderungen zu erhöhen. Für Bowlingsportler ist es deshalb wichtig zu wissen, welche Bereiche der zu bespielenden Bowlingbahn wie geölt wurden. „Long Oil“, „Medium Oil und „Short Oil“ sind Begriffe, die in der Bowlingszene vor Wettkämpfen oft fallen. Top-Bowler „schleppen“ im wahrsten Sinne des Wortes eigene Bowlingbälle mit individuell gebohrten Löchern und unterschiedlichen Laufeigenschaften mit, um den jeweils idealen Ball für die Ideallinie auszuwählen.

Denn: Wie die Classic-Kegelbahn liegt die Bowlingbahn absolut eben. Damit der Bowlingball trotzdem nach einem „Haken“ („Hook“) oder nach einer „Kurve“ („Curve“) über die Kunststofflauffläche – Holzlaufflächen werden immer seltener – den vordersten Pin seitlich trifft, müssen die Bowlingspielerinnen und -spieler „den Bogen raus haben“ und für eine entsprechende Ballrotation sorgen. Mit dieser Technik, mit diesen Bogenwürfen fallen öfter alle zehn Pins als mit geraden Würfen und es heißt öfter hinter den Bowlingbahnen „Strike“.

In welchen Regionen Deutschlands wird auf Bowlingbahnen gespielt? Wie stark ist diese Bahnart international verbreitet?

Von der Ostsee bis zum Bodensee: Bowlingbahnen gibt es in allen Regionen Deutschlands.

Und international? Nach der Erfindung der „Pinsetter“, der automatischen Stellautomaten in der Mitte des 20. Jahrhunderts, boomte Bowling. Die weltweite Verbreitung wurde zusätzlich durch einen anderen Faktor forciert: US-Soldaten, die nach dem zweiten Weltkrieg in vielen Teilen der Welt stationiert waren, wollten und sollten in ihrer Freizeit ihr Hobby ausüben können. Bowlingbahnen gibt es heute in fast allen Ländern.

Wie viele Bowlingsportlerinnen und -sportler sind in welchem Disziplinverband organisiert?

Anfang 2015 waren 11.967 aktive Mitglieder in der Deutschen Bowling Union (DBU) organisiert.

Technische Details

Durchmesser des Balls 21,8 cm
Gewicht des Balls 2.724 g bis 7.264 g
Höhe der Pins 38,1 cm
Gewicht der Pins 1.530 g bis 1.640 g

Deutsche Bowling Union e.V.

Föhringer Allee 11
85774 Unterföhring

(089) 614 698 31

(089) 552 958 90

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www.dbu-bowling.com

Präsident: Dieter Rechenberg
Ansprechpartner Geschäftsstelle: Martina Weschke