Richtungsweisende Entscheidungen bei der Bundesversammlung des DKB in Böblingen

Relativ pünktlich um kurz nach neun Uhr begann am 5. Mai die diesjährige Bundesversammlung des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes im Dream Bowl Böblingen. Ebenso relativ pünktlich gegen 13 Uhr beendete DKB-Präsident Uwe Oldenburg sie mit dem Sportgruß „Gut Holz“. In knapp vier Stunden diskutierten die Delegierten der 18 Landesfachverbände, die dem DKB angehören, sowie die Mitglieder des DKB-Präsidiums die Rechenschaftsberichte, die Finanzen und Anträge.

Nach dem Gedenken an verstorbene Mitglieder stellte Armin Merkel in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundesverbandsgerichts die Stimmrechte fest und legte somit die Grundlage für die ordnungsgemäße Durchführung der Bundesversammlung.

Großen Applaus des Plenums gab es kurz danach als Torsten Reiser nicht nur für seine sportlichen Erfolge im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch für sein mannschaftsdienliches und faires Verhalten neben den Kegelbahnen geehrt wurde. Der Beifall für den Forschungs- und Entwicklungsmonteur, der unter anderem für die Kegelsportvereine in Ravensburg, Zerbst und aktuell Staffelstein treffsicher auf die neun Kegel zielte, machte hörbar, wie sehr nicht nur seine sportlichen Leistungen, sondern auch die Persönlichkeit des sympathischen Württembergers geschätzt werden.

Geschätzt wurde auch die Arbeit des DKB-Präsidiums, wie unter anderem der Bericht der Kassenprüfer Johannes Wirth und Anke Schuster unterstrich. Johannes Wirth lobte – ergänzend zum schriftlich vorgelegten Kassenprüfungsbericht – die tadellose Arbeit des für das Finanz-Ressort verantwortlichen Vizepräsidenten Ernst Lange.

Die Rechenschaftsberichte der anderen Präsidiumsmitglieder belegten, dass im vergangenen Jahr viel Zeit investiert wurde, um den DKB in turbulenten Zeiten auf Kurs zu halten. Themen wie etwa die Verteilung der Fernsehgelder, Abgaben an internationale Fachverbände und die Finanzierung der olympischen und nicht-olympischen Fachverbände unter dem Dach des DOSB wurden angeschnitten und hinterfragt.

Holger Zurek, Präsident des südbadischen Landesfachverbandes, regte eine stärkere Berücksichtigung fachlicher Inhalte bei der Trainerausbildung an, um insbesondere die Jugendlichen in den Vereinen qualifiziert fördern und vor allem für unseren umwerfenden Sport begeistern zu können.

Nach einer kurzen, kritischen und konstruktiven Diskussion beantragte Ehrenpräsident Dieter Prenzel – wie gewohnt mit einigen launigen Zwischenbemerkungen… - die Entlastung des Präsidiums, die anschließend einstimmig erfolgte.

Nicht nur wegen des konstanten Mitgliedsbeitrages für 2019 – es bleibt bei 2,40 € pro aktive(n) Bowling- und Kegelsportler(in) – wurde der Haushaltsplan für das laufende Geschäftsjahr ebenso einstimmig genehmigt.

Größeren Diskussionsbedarf gab es dann bei den Anträgen. Weniger bei den Änderungsanträgen zur BKSA- und Ehrenordnung, die einstimmig befürwortet wurden. Vielmehr beim Antrag des DKB-Präsidiums, die aktuelle Satzung und auch die Ordnungen umfassend zu überarbeiten, um sie den aktuellen rechtlichen Anforderungen und Herausforderungen anpassen zu können.

Uwe Oldenburg begründete den Antrag des Präsidiums auch mit persönlichen Risiken für die aktuellen Präsidiumsmitglieder, die sich bekanntlich ehrenamtlich für den organisierten Bowling- und Kegelsport engagieren: „Wir müssen uns intensiv Gedanken über Ziele, Strukturen und Aufgabenverteilungen machen.“ Dieser Ideen- und Informationsaustausch soll – mit Unterstützung eines externen Experten – bei der Bundesversammlung 2019 abgeschlossen werden, um Rechtssicherheit zu erlangen, Doppelstrukturen aufzulösen und die Kompetenzen zwischen dem DKB und seinen Untergliederungen abzugrenzen. Mit anderen Worten: Es kommt viel Arbeit auf die Präsidiumsmitglieder zu. So haben sich Uwe Oldenburg und Vize-Präsident Franz Schumacher mit dem Kompetenzbereich „Verwaltung“ vorgenommen, mit den Vorstandsmitgliedern der Landesfachverbände Gespräche zu führen.

Diese Offenheit in der Kommunikation wurde – auch mit kritischem Rückblick auf die Erfahrungen mit der AG Zukunft – unter anderem von Margot Petzel, der Präsidentin des Bayerischen Sportkegler- und Bowlingverbandes, angemahnt. Mit einem Vertrauensvorschuss hinsichtlich einer transparenten und kontinuierlichen Kommunikation zwischen dem DKB und seinen Untergliederungen gab es ein einstimmiges Votum für den Grundsatzbeschluss, eine neue Satzung zu erarbeiten.

Auch beim Antrag des Bayerischen Sportkegler- und Bowlingverbandes, für nachweislich als Verlust gemeldete Beitragsmarken nicht den nominellen Wert von derzeit 2,40 €, sondern nur eine Bearbeitungsgebühr von 5 € zu berechnen, entstand eine Diskussion über das Für und Wider. Nicht zuletzt wegen der Perspektive auf die Einführung des Mitglieder-Management-Systems (MMS) – dann soll es keine gelben Pässe mehr geben, in die Beitragsmarken eingeklebt werden müssen - wurde der Antrag bei nur sechs Gegenstimmen angenommen.

Das Abstimmungsergebnis nach der Diskussion über die Abschaffung der Anti-Doping-Card sorgte nicht nur für zufriedene Gesichter bei den Antragstellern aus Bayern: 42 Versammlungsteilnehmer(innen) votierten für die Abschaffung der erst vor zwei Jahren eingeführten Anti-Doping-Card. Nach dieser relativ deutlichen Mehrheit reicht ab sofort wieder die unterschriebene Anti-Doping-Vereinbarung als Nachweis. Harald Seitz, DKBC-Sportdirektor und Vertreter des badischen Landesfachverbandes in Personalunion, brachte auch hier wieder die drei Buchstaben „MMS“ ins Spiel: „Mit der MMS-Einführung könnten entsprechende Infos zur Anti-Doping-Vereinbarung auch auf diese Weise gespeichert und Abläufe vereinfacht sowie Kosten gespart werden.“

Unter dem abschließenden Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ ging DKB-Marketingreferent Uwe Veltrup auf die durch die an alle Zeitungsredaktionen versendete dpa-Mitteilung über den negativen Mitgliedertrend im DKB und die dadurch ausgelöste Medienwelle ein: „Unsere umwerfenden Sportarten waren in der fast 133-jährigen Geschichte des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes noch nie so oft in den Medien präsent. Danke an alle Öffentlichkeitsarbeit auf allen Ebenen. Ich denke, dass wir eine richtige und gute Reaktion gezeigt haben, um die Botschaft zu vermitteln, dass unser umwerfender Sport Zukunft hat und es einen Unterschied zwischen Kegeln und Sportkegeln sowie zwischen Bowling und Sportbowling gibt. In den vergangenen vier Monaten hatten wir eine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wie noch nie zuvor. Dieses Interesse sollten wir nun weiterhin nutzen, indem wir nicht nur auf Medienanfragen reagieren, sondern selbst agieren und bei der Öffentlichkeitsarbeit zum großen Wurf ausholen – zum Beispiel im Rahmen des Monats des Kegel- und Bowlingsports vom 9.9. bis zum 10.10.. In diesem Jahr soll die Aktionsidee „Klasse(n)spiel“ möglichst von vielen Bowling- und Kegelsportvereinen umgesetzt werden, um auch mögliche Kooperationen mit den Schulen vor Ort zu initiieren.“

Auch, wenn sich DKB-Präsident Uwe Oldenburg bei der Abstimmung über den Fortbestand der Anti-Doping-Card sicherlich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, zog der Schleswig-Holsteiner ein positives Fazit: „Mit dem Verlauf der Bundesversammlung bin ich sehr zufrieden. Wichtig war und ist der Grundsatzbeschluss der Bundesversammlung zur Erstellung einer neuen Satzung mit externer Unterstützung. Selbstverständlich werden unsere Mitglieder, die Landesfachverbände und die Verantwortlichen in den jeweiligen Präsidien eingebunden. Franz Schumacher und ich werden Ziele, Ideen und Entwürfe mit den Vorstandsmitgliedern aller Landesverbände intensiv diskutieren.“

Am Tag vor der Bundesversammlung führte Uwe Oldenburg Gespräche mit Landesvorsitzenden im Hinblick auf den Gastgeber der Bundesversammlung des nächsten Jahres. Bei Johannes Wirth stieß er auf positive Resonanz. Saarlands erster Mann des Bowling- und Kegelsports war damit einverstanden, dass die DKB-Bundesversammlung 2019 – wahrscheinlich wieder Anfang Mai – im kleinsten Flächenland Deutschlands stattfinden wird.

Traditionell wird es wieder am Vorabend der Bundesversammlung interessante und gesellige Programmpunkte geben. Die Württembergischen Gastgeber um WBKV-Präsident Siegfried Schweikardt, Bowling-Vizepräsident Werner Knöbl, Classic-Kegelsport-Vizepräsident Ernst Lange, Schatzmeisterin Irene Krenauer, Verbandsjugendwartin Uta Jones, Schriftführerin Franziska Knöbl, Medienreferent Hilmar Buschow und Geschäftsstellenleiter Ernst Krenauer
haben sich in Böblingen jedenfalls nicht an Maßstäben orientiert, sondern welche gesetzt. Am Freitag wurden die Delegierten zunächst zu einer Brauereibesichtigung und anschließend zum vielfältigen und leckeren Buffet im Böblinger Dream Bowl eingeladen.

Bereits am Freitag bedankte sich Uwe Oldenburg im Namen des gesamten DKB-Präsidiums für die württembergische Gastfreundschaft. Werner Knöbl, leidenschaftlicher Bowlingsportler, Verbands- und Vereinsfunktionär, Eigentümer des Böblinger Bowlingcenters – und „nebenbei“ auch Inhaber des größten Bowlingcenters Europas in Unterföhring – sowie Förderer des lokalen, regionalen und nationalen Bowlingsports in Personalunion unterstrich mit seiner Frau Franziska, was sie unter „Rundum-Service“ verstehen: Sie chauffierten die Gäste persönlich vom Böblinger Dream Bowl zum Sindelfinger Hotel.


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