DKB-Bundesversammlung in Potsdam: Intensive Diskussionen über Strategien und Strukturen

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 Die Potsdamer Konferenz mit den Staatschefs Truman, Stalin und Churchill als Vertreter der Siegermächte im Cecilienhof, Glienicker Brücke, Schloss Sanssouci...: Potsdam ist eine Stadt mit vielen historischen Bauwerken und Ereignissen. Die Stadt der Aufklärung und Toleranz sowie Residenz preußischer Könige ist bekanntlich eine Stadt der Geschichte. Geschichte ist seit dem vergangenen Samstag gegen 13.30 Uhr auch die DKB-Bundesversammlung in der Landeshauptstadt Brandenburgs.

Die meisten Delegierten der 18 Landesverbände des DKB, die Mitglieder des DKB-Präsidiums sowie weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundesversammlung reisten bereits am Freitag an. Der Sportkeglerverband Brandenburg hatte zu einer abendlichen Schiffsfahrt auf der Havel und dem Wannsee eingeladen.

Am nächsten Morgen zu Beginn der Bundesversammlung im Hotel Mercure bedankte sich der im vergangenen Jahr gewählte DKB-Präsident Uwe Oldenburg mit einem Geschenk beim Präsidenten der brandenburgischen Bowling- und Kegelsportler für die Gastfreundschaft und die perfekte Organisation: „Von der Auswahl des Tagungshotels in der Nähe des Potsdamer Hauptbahnhofs und der Schiffsanlegestelle bis zur reibungslosen Koordination vieler kleiner Details." Dieter Arnold - auf dem Foto links - und sein Organisationsteam haben beste Bedingungen geschaffen.

Entlastung des DKB-Präsidiums – Belastung durch höhere Beiträge ab 2018

Nach dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Bowling- und Kegelsportfreunde, der Feststellung der Stimmrechte sowie den Ehrungen – siehe Berichte auf dieser Seite - ging es „zur Sache“. Erwartungsgemäß gab es nicht zuletzt im Hinblick auf die vom DKB-Präsidium beantragte Beitragserhöhung eine intensive Aussprache zu den Jahresberichten der DKB-Funktionsträger und zu den Inhalten der Jahresrechnung 2016, die schließlich von der Versammlung genehmigt wurde.

DKB-Ehrenpräsident Dieter Prenzel beantragte die Entlastung des DKB-Präsidiums und erinnerte daran, dass die Bowling- und Kegelsportfreunde im Präsidium ehrenamtlich Verantwortung übernehmen und ihre Aufgaben mit großem Engagement erfüllt haben. Nach seinem Dank an die Präsidiumsmitglieder erfolgte die Entlastung ohne Gegenstimme und Diskussion.

Intensiv diskutiert wurde hingegen der Tagesordnungspunkt neun: „Festsetzung des Mitgliedsbeitrages 2018.“ Uwe Oldenburg als DKB-Präsident und der für das Finanzressort verantwortliche Vizepräsident Ernst Lange machten deutlich, dass der DKB von der Substanz, genauer gesagt, von den Rücklagen aus dem Erlös für den Verkauf des ehemaligen DKB-Leistungszentrums Hagen lebten. Nachdem die Argumente für und gegen eine Anhebung des Beitrages ausgetauscht wurden, stimmte die große Mehrheit mit 49:29 Stimmen für einen Kompromissvorschlag des Rechnungsprüfers Johannes Wirth: Der Beitrag für die 6.418 Jugendlichen wird nicht erhöht. Die 71.589 Erwachsenen zahlen allerdings ab 2018 nicht wie vom DKB-Präsidium beantragt 3,00 €, sondern 2,40 € statt bisher 1,80 €. Anschließend gab es eine 64:14-Stimmenmehrheit für die Genehmigung des Haushaltsplans.

Quo vadis, DKB?

Pro- und Contra-Argumente wurden auch bei der Beratung diverser Anträge – Details hierzu werden im Protokoll dokumentiert – ausgetauscht. Ebenso nach dem Rückblick auf die Workshops zu den künftigen Strategien und Strukturen des DKB sowie der Präsentation der DKB-Verbandskonzeption durch Florian Kaiser. Der Referent der Führungsakademie des DOSB stellte zunächst die Oberziele des DKB vor: Die Entwicklung des DKB zu einer Struktur, die auf den beiden Säulen Ninepin- und Tenpin-Bowling basiert, eine verbesserte Zusammenarbeit auf allen Verbandsebenen, eine erhöhte interne und externe Wahrnehmung des Verbandes, eine Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung des Bowling- und Kegelsports, eine Trendwende bei der Mitgliederentwicklung, die Stärkung der Jugendarbeit sowie die Förderung des Leistungs- und Breitensports.

Bei der Analyse der aktuellen Strukturen machte der Experte für Organisationsentwicklung auf relativ lange Entscheidungsprozesse im DKB aufmerksam und ergänzte, dass Strukturveränderungen allein nicht die Probleme des DKB lösten. Außerdem betonte Florian Kaiser, dass das Strukturkonzept aktuell noch Modellcharakter habe: „Es gibt noch offene Gestaltungsbereiche.“

Kontrovers wurden nach der Präsentation weniger die Ziele, sondern vielmehr die Strategien und Strukturen diskutiert. Ein einheitliches Stimmungsbild war nach dieser Diskussion nicht festzustellen. Uwe Oldenburg als Versammlungsleiter schlug deshalb vor, eine schriftliche Befragung der Landesverbände vorzubereiten und durchzuführen.

Bevor der DKB-Präsident die "Potsdamer Konferenz" mit dem Sportgruß beendete, nannte er noch den Termin der nächsten Bundesversammlung: Am 5. Mai 2018 wird Württemberg Gastgeber sein.